Golfwissen · 7 Minuten Lesezeit
Handicap im Matchplay richtig berechnen
Kurzantwort
Im Handicap-Matchplay wird nicht einfach der Handicap-Index voneinander abgezogen. Zuerst entsteht je Abschlag die Spielvorgabe. Nach dem vereinbarten Handicap-Faktor spielt die niedrigste Spielvorgabe relativ bei null; die andere Seite erhält die Differenz als Vorgabenschläge auf den Löchern mit den niedrigsten Stroke Indizes.
Autor: BirdieDuel Redaktion · Fachlich geprüft anhand der offiziellen R&A- und WHS-Regeln · Geändert:
Wie berechnet man die Vorgabe im Einzel-Matchplay?
Der Handicap-Index beschreibt die Spielstärke, ist aber noch nicht die Zahl der Schläge für einen bestimmten Platz. Course Rating, Slope Rating, Par, Abschlag und nationale WHS-Regeln führen zunächst zur Course-Handicap- und Playing-Handicap-Berechnung.
Für ein einzelnes Lochspiel empfiehlt WHS Appendix C international eine Handicap Allowance von 100 Prozent. Die Ausschreibung oder der zuständige nationale Verband kann andere Vorgaben festlegen; für ein privates Duell zählt die klare Vereinbarung vor dem ersten Abschlag.
- 1. Für jeden Spieler den gewählten Abschlag und die daraus entstehende Spielvorgabe bestimmen.
- 2. Den für das Format geltenden Handicap-Faktor anwenden.
- 3. Die niedrigste Spielvorgabe relativ auf null setzen.
- 4. Den übrigen Spielern die Differenz als Vorgabenschläge geben.
- 5. Die Schläge nach Stroke Index auf die Löcher verteilen.
Wie sieht eine Matchplay-Vorgabe im Beispiel aus?
Spieler A hat für seinen Abschlag eine Spielvorgabe von 9, Spieler B eine Spielvorgabe von 17. Bei voller Vorgabe spielt A relativ bei null; B erhält 17 minus 9, also acht Vorgabenschläge.
| Spieler | Spielvorgabe | Relative Vorgabe im Match | Schläge auf |
|---|---|---|---|
| A | 9 | 0 | keinem Loch |
| B | 17 | 8 | Stroke Index 1 bis 8 |
Auf welchen Löchern fallen die Vorgabenschläge?
Die Scorekarte ordnet jedem Loch einen Stroke Index zu. Bei acht Schlägen erhält der Spieler je einen Schlag auf SI 1 bis 8. Bei 20 Schlägen erhält er auf allen 18 Löchern einen Schlag und zusätzlich auf SI 1 und 2 einen zweiten.
Bei einer Neun-Loch-Runde muss die für diese Runde gültige Handicapverteilung verwendet werden. Nicht einfach die vorderen neun Positionen einer beliebigen 18-Loch-Verteilung übernehmen, wenn Platz oder Ausschreibung etwas anderes festlegen.
Gelten immer 100 Prozent Handicap?
Nein, der Faktor hängt vom Format und von den Wettbewerbsbedingungen ab. WHS Appendix C empfiehlt international 100 Prozent für Einzel-Matchplay und 90 Prozent für Vierball-Matchplay. Andere Teamformen haben eigene Empfehlungen. Nationale Verbände und Spielleitungen dürfen die für ihren Zuständigkeitsbereich geltenden Faktoren festlegen.
Bei einer privaten Runde können Spieler auch drei Viertel oder zwei Drittel der Differenz vereinbaren. Das ist dann eine eigene Spielbedingung und sollte vor dem Start dokumentiert werden – nicht erst, wenn der Zwischenstand knapp wird.
| Format | Empfohlene Allowance | Hinweis |
|---|---|---|
| Einzel-Matchplay | 100 % | Niedrigste Spielvorgabe spielt relativ bei null. |
| Vierball-Matchplay | 90 % | Differenzen werden nach Anwendung des Faktors verteilt. |
| Foursomes | 50 % kombiniert | Gemeinsame Teamvorgabe; kein Einzel-Matchplay. |
| Greensomes | 60 % niedrig / 40 % hoch | Internationale Empfehlung für diese Teamform. |
Was ist bei verschiedenen Abschlägen zu beachten?
Spieler dürfen von unterschiedlichen Abschlägen spielen, aber jeder Abschlag hat eigene Rating-Werte. Deshalb muss die Spielvorgabe für jeden Spieler aus dessen tatsächlichem Abschlag berechnet werden. Nur die Handicap-Indizes direkt zu vergleichen übersieht genau diesen Platz- und Abschlageinfluss.
BirdieDuel verwendet Handicap-Index, Course Rating, Slope Rating, Par und Abschlag, bevor die Differenz und der vereinbarte Vorgabenfaktor berechnet werden. Für offizielle Wettbewerbe bleibt die Ausschreibung der Spielleitung maßgeblich.
Wie funktioniert ein Plus-Handicap im Matchplay?
Auch Plus-Spielvorgaben müssen in der relativen Differenz erhalten bleiben. Nach WHS Appendix C gibt ein Spieler mit Plus-Spielvorgabe – sofern die Spielleitung nichts anderes bestimmt – Schläge beginnend an den Löchern mit den höchsten Stroke Indizes zurück. Bei Sonderfällen sollte die konkrete Ausschreibung oder der zuständige Verband geprüft werden.
Offizielle Quellen
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