Golfwissen · 7 Minuten Lesezeit
Golf-Matchplay-Regeln einfach erklärt
Kurzantwort
Matchplay heißt in den aktuellen deutschen Golfregeln Lochspiel; früher wurde auch der Begriff Lochwettspiel verwendet. Dabei zählt jedes Loch als eigener Punkt. Wer ein Loch mit weniger Schlägen gewinnt, geht „1 auf“; bei gleicher Schlagzahl wird das Loch geteilt. Das Match endet, sobald eine Seite mehr Löcher führt, als noch zu spielen sind.
Autor: BirdieDuel Redaktion · Fachlich geprüft anhand der offiziellen R&A-Golfregeln · Geändert:
Wie funktioniert Matchplay im Golf?
Zwei Spieler oder zwei Parteien treten Loch für Loch gegeneinander an. Entscheidend ist nicht die Summe aller Schläge der Runde, sondern wer mehr einzelne Löcher gewinnt. Ein sehr schlechtes Loch kostet deshalb normalerweise nur dieses eine Loch.
Ein Loch ist gewonnen, wenn eine Seite mit weniger Schlägen einlocht, der Gegner das Loch schenkt oder die Grundstrafe Lochverlust erhält. Spielen beide Seiten gleich viele Schläge, ist das Loch geteilt und der Spielstand ändert sich nicht.
Wie liest man den Spielstand im Lochspiel?
Der Spielstand beschreibt die Zahl der gewonnenen Löcher, nicht die Schlagdifferenz. „2 auf“ bedeutet: Eine Seite hat zwei Löcher mehr gewonnen als der Gegner. Ein Endergebnis wie „3 & 2“ nennt zuerst die Führung und danach die Zahl der nicht mehr benötigten Löcher.
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| All square (AS) | Beide Seiten haben gleich viele Löcher gewonnen. |
| 1 auf | Eine Seite führt mit einem gewonnenen Loch. |
| 2 & 1 | Zwei Löcher Vorsprung bei nur noch einem Loch – das Match ist beendet. |
| 3 & 2 | Drei Löcher Vorsprung bei nur noch zwei Löchern – das Match ist beendet. |
| 1 auf nach 18 | Die führende Seite gewinnt am letzten regulären Loch. |
Was darf man im Matchplay schenken?
Im Lochspiel darf ein Spieler dem Gegner den nächsten Schlag, das laufende Loch oder das gesamte Match schenken. Ein geschenkter Schlag gilt als eingelocht; die Schenkung muss klar ausgesprochen oder eindeutig angezeigt werden.
Eine wirksame Schenkung ist endgültig: Sie kann weder abgelehnt noch zurückgenommen werden. Schenken ist freiwillig. Es gibt keinen regelbestimmten Abstand, ab dem ein kurzer Putt automatisch „gegeben“ ist.
- Nächsten Schlag schenken: Der Ball gilt mit einem weiteren Schlag als eingelocht.
- Loch schenken: Das Loch geht sofort an den Gegner.
- Match schenken: Das gesamte Duell ist sofort beendet.
- Nicht erlaubt: vorab vereinbaren, sich gegenseitig zukünftige Löcher zu schenken.
Welche Regeln sind im Matchplay anders als im Zählspiel?
Viele Golfregeln gelten in beiden Spielformen. Einige Unterschiede sind aber entscheidend, weil Spieler und Gegner im Lochspiel ihre Interessen direkt gegeneinander wahren.
| Situation | Matchplay | Zählspiel |
|---|---|---|
| Schenken | Nächster Schlag, Loch oder Match darf geschenkt werden. | Jeder Ball muss grundsätzlich eingelocht werden. |
| Außer der Reihe gespielt | Der Gegner darf den Schlag rechtzeitig annullieren. | Meist straflos; sicheres Ready Golf ist erwünscht. |
| Falscher Ball | Grundstrafe: Lochverlust. | Grundstrafe: zwei Strafschläge und Fehler berichtigen. |
| Falsche Schlagzahl genannt | Kann Lochverlust bedeuten, wenn nicht rechtzeitig korrigiert. | Maßgeblich sind Scorekarte und Zählspielregeln. |
Wann ist ein Match entschieden?
Ein Match ist gewonnen, wenn die Führung größer ist als die Zahl der verbleibenden Löcher. Steht es nach dem letzten Loch unentschieden, wird bei einem Entscheidungsmatch normalerweise Loch für Loch verlängert, bis eine Seite ein Loch gewinnt. Die Ausschreibung kann stattdessen ein Unentschieden vorsehen.
Spieler sollen den Matchstand kennen und Fehler rechtzeitig berichtigen. Für ein privates Duell lohnt es sich deshalb, vor dem Start festzulegen, ob ein Gleichstand nach 9 oder 18 Löchern stehen bleibt oder ob ein Stechen gespielt wird.
Wie funktioniert Matchplay mit Handicap?
Im Netto-Lochspiel werden Vorgabenschläge auf den dafür vorgesehenen Löchern berücksichtigt. Üblicherweise spielt die Seite mit der niedrigsten Spielvorgabe relativ bei null; die andere erhält die Differenz. Welcher Faktor gilt und auf welchen Löchern die Schläge fallen, muss vor dem Start klar sein.
Beispiel: Spielvorgabe 9 gegen 17 ergibt bei voller Vorgabe acht Schläge. Der Spieler mit 17 erhält je einen Schlag auf den Löchern mit Stroke Index 1 bis 8. Dort wird sein Netto-Ergebnis für den Lochvergleich um einen Schlag reduziert.
Offizielle Quellen
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